WordPress Webshop – 17 Vorteile und Nachteile.
Update: 19. Juni 2018
Es ist ein viel diskutiertes Thema. Welches CMS soll man für einen Webshop verwenden. Manche schwören auf Magento oder gerade ein einfaches CMS, andere finden, dass ein Webshop über WordPress die beste Option ist. Nach dem Lesen dieses Blogs kannst du gut abwägen, ob ein WordPress Webshop für dich die beste Option ist.
Es wird eine Weile dauern, bis du mit dem Lesen fertig bist (2500 Wörter), aber dann hast du alle Vor- und Nachteile von WordPress für einen Webshop gesehen, plus eine Empfehlung, was für dich am besten ist. Du darfst natürlich auch gerne Abschnitte überspringen.
Was ist WordPress?
WordPress ist ein Open-Source-CMS (Content-Management-System). Es wurde ursprünglich für Blogs entwickelt, hat sich aber in den letzten Jahren zu einem vollwertigen System mit vielen verschiedenen Erweiterungsmöglichkeiten entwickelt. Derzeit sind etwa 75 Millionen WordPress-Websites online, darunter eine große Anzahl WordPress Webshops. Von den meistbesuchten Websites weltweit läuft in etwa die Hälfte auf WordPress.
Wenn du aus einer WordPress-Website einen WordPress Webshop machen willst, brauchst du ein E-Commerce-Plugin. Es gibt viele verfügbare Plugins, das meistgenutzte heißt aber „WooCommerce“ und stammt von WordPress selbst. Die Basisoptionen sind kostenlos, für erweiterte Optionen muss ein kleiner Betrag bezahlt werden.
Es sieht so aus, als hätten diese 75 Millionen WordPress-Nutzer sich nicht ohne Grund dafür entschieden. Aber ein Webshop ist etwas ganz anderes als eine Standard-Website. Zeit, sich die Vor- und Nachteile eines Webshops über WordPress anzusehen.
Die Vorteile eines WordPress Webshops
1. Verwaltung deines Webshops
Da WordPress im Kern ein Blogsystem war, ist das Erstellen von Seiten und das Veröffentlichen von Content sehr einfach. Sobald die Website steht, hast du ohne technische Kenntnisse sehr viel Freiheit, Seiten hinzuzufügen und deine Website selbst aktuell zu halten. Außerdem ist die Verwaltungsumgebung recht umfangreich, sodass du viel selbst erledigen kannst, ohne zum Beispiel HTML und CSS zu kennen.
Durch die vielen Optionen empfinden manche Nutzer die Verwaltung als komplex, aber nach einer Weile Herumprobieren merkst du, dass WordPress ziemlich logisch aufgebaut ist, und du bist froh, dass du nicht von einem Programmierer abhängig bist, wenn du Änderungen am Webshop vornehmen willst.
2. Themes im Überfluss
Es gibt jede Menge Themes für WordPress. Allerdings sind nur wenige davon wirklich für Webshops geeignet. Es ist auch möglich, einen maßgeschneiderten WordPress Webshop entwickeln zu lassen. Viele Internetagenturen können das für dich umsetzen. Auch bei Webba haben wir viel Erfahrung im Bau von WordPress-Websites.
Unten siehst du ein paar Beispiele für Themes, die kostenlos für WordPress genutzt werden können.

Heutzutage gibt es auch immer mehr Themes, bei denen du selbst die gesamte Optik und das Layout bestimmen kannst. Über Page-Builder und Drag-’n‘-Drop-Optionen in diesen Themes kommst du weit, ohne selbst Kenntnisse in HTML oder CSS zu benötigen. Zum Beispiel ist das Theme Flatsome eine beliebte Wahl für Webshops. Allerdings gibt es bei dieser Art von Themes auch einige Nachteile. Unter anderem leidet die Website-Geschwindigkeit darunter, weil viel unnötiger Code geladen wird, und du läufst Gefahr, dass die Website schnell zu einem Durcheinander wird, weil sich alles anpassen lässt. In vielen Fällen ist das Arbeiten von einem festen Design aus die beste Wahl.
3. Eine Ladung Plugins
Weil WordPress zu einer so großen Plattform geworden ist, gibt es unzählige Plugins, die die Funktionen deines Webshops erweitern und die Verwaltung erleichtern. Die Installation dieser Plugins ist einfach, und es sind einige sehr nützliche darunter. Manche Plugins sind kostenlos, und einige Premium-Plugins sind kostenpflichtig. Dafür bekommst du dann oft etwas Support vom Entwickler. Recherchiere beim Installieren zusätzlicher Plugins immer die Qualität und Bewertungen der Plugins und prüfe, ob das Plugin aktiv gepflegt wird.
Innerhalb von WordPress gibt es keine standardmäßige Webshop-Funktionalität. Dafür brauchst du also auch ein Plugin. Das beliebteste Plugin hierfür ist WooCommerce. Dieses hat eine gute kostenlose Version, wobei du mit einer kostenpflichtigen Version viel mehr praktische Funktionen nutzen kannst.
Das am häufigsten heruntergeladene Plugin ist Akismet. Dieses Plugin sorgt dafür, dass deine Website nicht von Spammern belästigt wird.

4. Einfache Verknüpfung mit bekannten Tools
Ein großer Vorteil von WordPress ist, dass du Online-Tools wie MailChimp (E-Mail-Marketing-Plattform) leicht synchronisieren kannst. Das Einzige, was du tun musst, ist ein Plugin zu installieren, und innerhalb weniger Minuten werden alle Newsletter-Abonnenten automatisch in die Mailingliste von MailChimp eingetragen.
Weil WordPress ein so bekanntes System ist, haben fast alle großen Plattformen wie MailChimp, Mailpoet und zum Beispiel Anbieter von Reservierungssystemen ein WordPress-Plugin verfügbar.
5. Perfekte Integration mit WooCommerce
Weil WordPress perfekt mit dem Plugin WooCommerce zusammenarbeitet, kannst du eine inhaltsreiche Website perfekt mit einem WordPress Webshop kombinieren. So kannst du bei einer bestehenden Website leicht eine Verkaufsoption hinzufügen.
6. Günstig
WordPress bietet ein kostenloses Paket an, und viele Themes und Plugins sind ebenfalls kostenlos. Nur das Hosting kostet Geld, aber damit kommst du schon ab 10 € pro Monat aus.
Es gibt auch einige kostenpflichtige Templates, oder du lässt ein Theme von einem Website-Entwickler erstellen. Trotzdem kommst du mit einem WordPress Webshop noch relativ günstig weg, da wenige umfangreiche Module von Grund auf geschrieben werden müssen. Dafür gibt es nämlich oft Plugins.
7. Perfekt zum Schreiben von Blogs und neuen Seiten
Willst du einen Webshop, bei dem du bloggst und regelmäßig neue Seiten hinzufügst? Dann ist ein WordPress Webshop dafür perfekt. Du kannst ganz einfach neue Beiträge hinzufügen und sogar festlegen, wann die Beiträge veröffentlicht werden sollen. So kannst du deine Beiträge weit im Voraus fertig machen und zu einem vorab eingestellten Zeitpunkt aktivieren.
Auch kannst du für diese Blogs über ein Plugin einfach eine AMP-Version erstellen. Das sind Seiten, die speziell für mobile Nutzer extra schnell gemacht werden und von Google mit hohen Positionen belohnt werden.
8. Höher bei Google punkten dank SEO
Bei einem Webshop willst du natürlich, dass du gut bei Google und anderen Suchmaschinen punktest. Für einen WordPress Webshop sind Plugins verfügbar, die pro Seite Tipps geben, was du verbessern kannst, um mit deinem WordPress Webshop besser zu punkten. Eines der meistgenutzten Plugins hierfür ist das Yoast SEO Plugin, und es ist für viele Website-Besitzer, denen es wichtig ist, gut bei Google zu punkten, ein Must-have. Aber es gibt noch weitere Plugins mit diesem Ziel. Sourcewp.com hat dazu einen schönen Artikel geschrieben, in dem einige dieser Tools verglichen werden.
Unten ein Beispiel für die Analyse von Yoast. Pro Seite schaut es sich eine Reihe wichtiger SEO-Faktoren für ein Fokus-Keyword an.

9. Mehr als nur Text einfügen
Was bei WordPress super praktisch ist: Beim Erstellen neuer Seiten kannst du auch ganz einfach Bilder, Audio- und Videodateien hinzufügen. Und willst du ein YouTube-Video auf deiner Seite platzieren, kannst du dieses bei WordPress ganz leicht einfügen.
10. Ständig in Entwicklung
WordPress befindet sich noch voll in der Entwicklung. Täglich kommen Plugins und Themes hinzu. Bei einem WordPress Webshop musst du dir also keine Sorgen machen, ob du die Website aktuell halten kannst. Es gibt genug Möglichkeiten, und kommen neue Entwicklungen im Website-Bereich, werden diese in kürzester Zeit für WordPress verfügbar sein.

Die Nachteile eines WordPress Webshops
Klingt vielversprechend, oder? Leider hat ein WordPress Webshop auch eine Reihe von Nachteilen. Und es ist nur fair, diese auch alle zu benennen. Aber keine Sorge, einige Nachteile treffen auf dich vielleicht überhaupt nicht zu.
1. Ohne technische Kenntnisse brauchst du Unterstützung
Es gibt Programme, bei denen du ganz ohne technische Kenntnisse einen Webshop starten kannst. Du wählst dann eine Vorlage aus und richtest deine Website einfach ein und fügst deine Produkte hinzu. Das geht bei WordPress nicht so einfach. Du musst nämlich ein Hostingpaket haben, die Software herunterladen, eine Vorlage kaufen und anschließend relevante Plugins herunterladen, bevor du beginnen kannst.
Willst du das Design der Website selbst bestimmen, kommst du in vielen Fällen nicht um HTML und CSS herum. Und du wirst einen Entwickler hinzuziehen müssen.
2. All diese Updates…
Es kann einen manchmal in den Wahnsinn treiben. Regelmäßig kommen WordPress, das von dir verwendete Template und deine Plugins mit neuen Versionen heraus. Es bleibt nichts anderes übrig, als diese dann jedes Mal wieder zu aktualisieren. Bei anderen CMS ist das oft deutlich weniger der Fall. Bekommst du Meldungen über Updates, solltest du diese besser direkt installieren. Oft kommt so ein Update, nachdem eine Sicherheitslücke gefunden wurde, sodass du das Risiko läufst, dass du und/oder deine Kunden Opfer von Hackern werden, wenn du nicht aktualisierst.
Mit diesem Hintergrund kannst du dir vorstellen, dass es auch Plugin- und Theme-Entwickler gibt, die weniger fleißig sind, wenn es um die Beobachtung von Sicherheitsproblemen geht. Und das ist wirklich ärgerlich. Achte also in jedem Fall darauf, dass du, wenn du einen WordPress Webshop nimmst, gut prüfst, ob die Plugins gut aktuell gehalten werden.
Lagerst du die Entwicklung deines WordPress Webshops an eine Internetagentur aus, ist die Chance groß, dass sie ein Wartungsabo anbieten. Das bedeutet, dass sie regelmäßig auf Updates prüfen und dafür sorgen, dass das Website-Theme und die Plugins immer aktuell bleiben.
3. Langsamer bei einer großen Anzahl an Produkten
Geschwindigkeit ist ein wichtiger Punkt bei einer Website. Ist deine Website langsam, werden deine Besucher ungeduldig, und auch Google bestraft dich in den Ergebnissen bei einer langsamen Website. WordPress Webshops sind im Allgemeinen recht schnell. Hast du jedoch einen sehr komplexen Webshop mit mehreren Hundert verschiedenen Produkten, wirst du sehen, dass dein Webshop schnell langsamer wird als zum Beispiel mit dem CMS Magento.
4. Es ist nicht für Webshops gebaut
Während andere Systeme (sowohl einfache als auch komplexe) speziell für Webshops entwickelt wurden, hat WordPress ursprünglich als Blogging-Plattform begonnen. In der Zwischenzeit ist es zu einem vollwertigen CMS herangewachsen, aber trotzdem brauchst du Plugins, um mit deiner Website auch Produkte zu verkaufen. Diese Plugins haben oft viele Optionen, und auch wenn es im Allgemeinen gut gelingt, aus WordPress einen Webshop zu machen, merkst du trotzdem, dass das System vor allem auf Content ausgerichtet ist.
5. Kein technischer Support
Wenn du WordPress nutzt, hast du (im Gegensatz zu verschiedenen anderen Systemen) keinen technischen Support bei Problemen. Vielleicht bist du selbst geschickt im Programmieren oder kennst jemanden, der dir bei technischen Problemen weiterhelfen kann, aber sonst kann es ein ziemlicher Nachteil sein, dass du auf niemanden zurückgreifen kannst, wenn zum Beispiel dein Webshop plötzlich nicht mehr erreichbar ist und du nicht weißt, woran es liegt. Es ist daher ratsam, eine Internetagentur hinzuzuziehen, die im Falle von Komplikationen einspringen kann, wenn du dich für einen WordPress Webshop entscheidest.
6. Hosting
Bei einem WordPress Webshop musst du das Hosting selbst organisieren. Im Prinzip ist das kein Problem, und du gibst oft weniger Geld aus, weil du nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden bist, aber du läufst auch das Risiko, dass sich der Hosting-Anbieter doch nicht als so gut herausstellt, wodurch deine Website instabil und langsam wird. Das hängt allerdings sehr davon ab, welchen Hosting-Anbieter du wählst. Meistens findest du mit ein wenig Recherche einen zuverlässigen Hosting-Anbieter. Bedenke dabei, dass billig in den meisten Fällen am Ende teuer ist. Entscheide dich also nicht für das allerbilligste Angebot, denn diese sparen oft an Geschwindigkeit und an der Häufigkeit, mit der Backups gemacht werden.
7. Etwas kompliziertes Dashboard
Im Verwaltungsbereich kann das Dashboard etwas kompliziert aussehen. Durch die große Menge an Funktionen kann es sein, dass du in den ersten paar Tagen etwas länger nach bestimmten Einstellungen suchst. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich die meisten Leute recht schnell an das System gewöhnen und sich anschließend gut zurechtfinden.
Bonus: Die drei verschiedenen Optionen für einen Webshop
Es kann sein, dass du nach dem Lesen dieser Vor- und Nachteile immer noch nicht weißt, wofür du dich entscheiden sollst. Deshalb nenne ich jetzt als Bonus die drei besten Optionen, die du wählen kannst, wenn du einen Webshop willst und die meiner Meinung nach am geeignetsten sind.
- Ein einfaches Webshop-CMS
- Ein WordPress Webshop
- Ein Webshop über Magento
Für jede Option wird beschrieben, was es ist und wann du am besten für diese Option gehst.
1. Einfaches Webshop-CMS
Hast du überhaupt keine technischen Kenntnisse und willst einen einfachen Webshop mit Unterstützung? Dann entscheide dich für ein einfaches Webshop-CMS. Du wählst eine Vorlage, füllst die Website, fügst deine Produkte hinzu, und dein Webshop ist fertig. Bei Problemen kannst du immer auf eine Support-Abteilung zurückgreifen. Meistens zahlst du einen festen Betrag pro Monat und solltest mit einigen Zehnern pro Monat rechnen. So eine Website realisierst du einfach zum Beispiel mit Shopify, aber auch wir bieten selbst einen Service dafür an. Den nennen wir den Webba Basisshop.
2. WordPress Webshop
Willst du doch selbst etwas mehr Auswahl haben? Dann entscheide dich für eine WordPress-Website mit WooCommerce. So bist du noch etwas flexibler und kannst aus Hunderten von Templates oder einer maßgeschneiderten Website wählen. Auch wenn du gerne bloggst und viel anderen Content auf der Website hast, ist ein WordPress Webshop eine sehr gute Wahl. Achte allerdings darauf, dass es schwierig sein kann, den Webshop einzurichten und aktuell zu halten, wenn du selbst überhaupt keine technischen Kenntnisse hast und auch niemanden kennst, der dir dabei helfen kann. Hat dein Webshop sehr viele und komplexe Produkte, ist ein WordPress Webshop meistens nicht die beste Option.
3. Magento Webshop
Willst du einen großen Webshop mit vielen Produkten starten? Dann kommst du derzeit kaum an Magento vorbei. Dieses CMS ist allerdings noch etwas komplexer und auch teurer als WordPress. Auch wirst du das ohne technische Kenntnisse oder ein Unternehmen, das die Entwicklung übernimmt, nicht schaffen. Hast du jedoch genug Budget, um eine Internetagentur für die Entwicklung eines Magento Webshops hinzuzuziehen, kannst du sicher sein, dass hinter deinem Webshop ein hervorragendes System läuft, das komplett für den Verkauf von Produkten gebaut ist. Du wirst jedoch Unterstützung brauchen, nachdem dein Webshop live gegangen ist. Auch das Verwaltungs-Dashboard ist kompliziert, wobei es durchaus möglich ist, ziemlich viel in deinem Webshop zu erledigen, ohne Kenntnisse in HTML oder CSS zu haben.
Magento hat im November 2017 Magento 2 veröffentlicht. Das scheint in Sachen Benutzerfreundlichkeit eine echte Verbesserung zu sein. Es gibt jedoch noch eine große Anzahl an Bugs in diesem neuen CMS, sodass du wirklich einen Magento-Spezialisten brauchst, der weiß, wie man all das lösen kann, um einen guten Webshop mit Magento 2 aufzubauen. Die Erwartung ist jedoch, dass dieses CMS nach und nach wieder an Popularität gewinnen wird, weil es ein weit entwickeltes Open-Source-CMS ist, das rein auf Webshops ausgerichtet ist.
Brauchst du Hilfe?
Bist du dir immer noch nicht sicher oder brauchst du Hilfe bei der Umsetzung eines Webshops über eine der drei oben genannten Methoden? Wir helfen dir gerne weiter. Wir können maßgeschneiderte Webshops über unser eigenes CMS und WordPress bauen. Außerdem sorgen wir für weitere Unterstützung und halten deinen Webshop aktuell. Nimm Kontakt auf für weitere Informationen.
Viel Erfolg mit deinem neuen Webshop!

