Hör auf, inhaltslose Stellenangebote hin und her zu pumpen.
„Vielleicht sollten wir mal anders kommunizieren und nicht nur Stellenangebote hin und her pumpen.“ Dieses Zitat hörte ich kürzlich in einem Webinar über das Anwerben neuer Mitarbeiter. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Sind die aktuellen Stellenangebote denn wirklich so schlecht? Und was möchten Arbeitssuchende eigentlich sehen? Ich bin in die wundersame Welt der Stellenangebote eingetaucht und teile meine Erkenntnisse nur zu gerne.
What’s in it for me?
Ein Arbeitssuchender hat im Grunde nur eine Frage: „What’s in it for me?“ Also, was hast du als Arbeitgeber mir als Arbeitnehmer alles zu bieten? Das ist gleich auch eine ziemlich knifflige Frage für Arbeitgeber. Denn was hast du eigentlich wirklich zu bieten, was dein Konkurrent nicht hat?
Für mich persönlich war es wichtig, ein Unternehmen mit lockerer Atmosphäre zu finden. Ein Unternehmen, in dem Menschen gerne zur Arbeit gehen und nicht jeden Morgen gezwungenermaßen aufstehen müssen. Aber das ist nicht für jeden gleich. Wo ich noch leicht mit einem einfachen Feierabendbier und ab und zu einer netten Aktivität zu überzeugen bin, ist das bei der jüngeren Generation nicht mehr der Fall. Diese Generation sucht nach mehr: einem guten Gehalt, Aufstiegsmöglichkeiten und vor allem einer Geschichte hinter dem Unternehmen.
Aber vielleicht ist die jüngere Generation gar nicht deine Zielgruppe. Denn genau damit fängt alles an: deine Zielgruppe. Wen versuchst du anzuziehen? Ist es der 45-jährige André, der sofort loslegen kann und sich reibungslos ins Team einfügt? Oder ist es vielleicht die 25-jährige Tessa, die mit ihrem jugendlichen Blick und ihrer Kühnheit am liebsten die ganze Abteilung neu aufbauen würde? Beide Personen haben unterschiedliche Anforderungen. Bestimme also deine Zielgruppe. Schlüpf in die Haut deiner Zielgruppe. Und lege dann deine Vorgehensweise fest.
Fünf-Sterne-Kommunikation
Okay, jetzt hast du die Zielgruppe gut im Blick. Du weißt, wonach sie suchen, und du weißt, was du zu bieten hast. Ein schöner erster Schritt, aber wir sind noch längst nicht fertig. Jetzt kommen wir zum nächsten kniffligen Teil: Arbeitsmarktkommunikation.
Arbeitsmarktkommunikation ist ein wichtiges Mittel, um deine Arbeitgebermarke zu stärken. Deine Arbeitgebermarke ist das Gefühl und die Wahrnehmung von Mitarbeitern und potenziellen Mitarbeitern gegenüber deiner Organisation. Oder etwas einfacher ausgedrückt: wie Menschen dein Unternehmen sehen. Arbeitsmarktkommunikation ist ein Sammelbegriff für die gesamte Kommunikation, die du als Unternehmen in Richtung Arbeitsmarkt betreibst, sowohl intern als auch extern.
Es ist wichtig, deine interne und externe Kommunikation aufeinander abzustimmen. Denk hierbei zum Beispiel an verschiedene Momente, in denen du weiterhin dieselbe Botschaft vermitteln möchtest: Vertragsunterzeichnung, die erste Gehaltsabrechnung und der Weggang des Mitarbeiters. All diese Situationen möchtest du so angehen, dass Wiedererkennung stattfindet. Auf diese Weise sorgst du nicht nur während der Beschäftigungszeit für ein positives Gefühl, sondern auch, wenn der Mitarbeiter geht. Dieses positive Gefühl kann anschließend wiederum dazu führen, dass dieser ehemalige Mitarbeiter ein Botschafter deines Unternehmens bleibt.
Eine starke Arbeitgebermarke ist von wesentlicher Bedeutung, um Arbeitssuchende davon zu überzeugen, bei dir zu arbeiten. Berate dich gut mit dir selbst und deinen Mitarbeitern, um herauszufinden, wie dein Unternehmen von der Außenwelt gesehen wird. Der Aufbau einer Arbeitgebermarke kann ein jahrelanger Prozess sein. Aber was du kurzfristig auf jeden Fall tun kannst, ist zu zeigen, wie schön es ist, bei dir zu arbeiten.
Mit Worten jonglieren
Jetzt sind wir fast am Ziel. Deine Zielgruppe ist klar, und an deiner Arbeitgebermarke wird hart gearbeitet. Jetzt kommen wir zu dem Teil, bei dem die meisten Stellenangebote ungenügend abschneiden: der Stellenanzeigentext. Wirf bitte die Klischees und die Tischtennisplatte-Sprüche in den Papierkorb, denn die sehen wir mittlerweile bei so ziemlich jedem Unternehmen vorbeikommen. Also, was machen wir stattdessen? Genau! Originell sein.
Originell sein, leichter gesagt als getan. Du kannst zwar komplett „Out of the Box“ denken, aber es gibt trotzdem noch ein paar Dinge, die auf jeden Fall in deiner Stellenanzeige vorkommen sollten. Wie du diese Dinge einbringst, ist völlig dir überlassen. Halte auf jeden Fall kurz bei den folgenden Punkten inne und bestimme selbst, wie du sie in deine Stellenanzeige einbaust:
1. Gib Beispiele
Lass zum Beispiel einen aktuellen Mitarbeiter in derselben Funktion mal von den Aufgaben erzählen. Auf diese Weise bekommt der Arbeitssuchende sofort zu sehen, wer sein/ihr direkter Kollege wird und was die Aufgaben wirklich beinhalten.
2. Halte die Satzlänge kurz
Ein Arbeitssuchender sieht täglich schon genug Stellenanzeigentexte und hat es dann auch schnell schwer, die Konzentration zu halten, vor allem wenn die Sätze unglaublich lang sind, ohne jeglichen Mehrwert, so wie du gerade wahrscheinlich auch beim Lesen dieses Abschnitts merkst. Nervig, oder.
3. Schreibe die Stellenanzeigen in Umgangssprache
Halt es einfach schön simpel. Es ist schon stressig genug für den Arbeitssuchenden, eine nette, erfrischende Stellenanzeige zu finden. Wirf dann nicht mit Fachjargon und Wörtern um dich, mit denen du beim Scrabble einen hohen Punktestand erzielst.
4. Brich das Gehaltstabu
Uups, erwischt. Das tun wir selbst auch noch nicht. Trotzdem zeigt eine Untersuchung aus England, dass 78 % der Menschen sich weniger schnell auf Stellenangebote bewerben, bei denen das Gehalt nicht angegeben ist. Außerdem werden die Bewerber dadurch auch deutlich konkreter. Wenn sich jemand bei dir mit einer groben Vorstellung vom Gehalt bewirbt, ist das kein zukünftiges Stolperstein mehr.
5. What’s in it for me?
Da sind wir wieder. Diese Frage bleibt einfach so wichtig, dass ich sie gerne zweimal nenne. Erzähl dem Bewerber, am liebsten noch bevor er den Rest des Stellenanzeigentextes liest, was du zu bieten hast. Füge Mehrwert hinzu!
Kurbel das Ding an!
Wir sind da! Wenn alles gut läuft, kannst du jetzt zumindest damit beginnen, einen neuen Stellenanzeigentext zu schreiben. Wähl jetzt noch die richtigen Kanäle aus und angel dir die Bewerbungen herein. Für die eifrigen Leser habe ich noch einen kleinen Bonus-Tipp:
Sollte es nun wirklich nicht mit deinen Stellenangeboten klappen? Dann versuche mal, anderen Arbeitsformen Aufmerksamkeit zu schenken. So kannst du zum Beispiel Schnupperpraktika für Über-Dreißigjährige anbieten, denn auch sie sind nicht immer davon überzeugt, was sie wollen. Oder wirf einen Blick in den Pool der Freelancer. Heutzutage gibt es genug einsame Kämpfer, die gerne einen Auftrag für dich übernehmen. Und sollte das auch nicht die Lösung sein, dann nimm Kontakt mit uns auf. Wer weiß, können wir helfen.